Spargel und Erdbeeren aus dem Garten Eden

Spargel und Erdbeeren

Ein Traumpaar: Fruchtig-süße Erdbeeren und knackiger Spargel sind die absoluten Frühlingshighlights. Die „Königin der Beerenfrüchte“ gemeinsam mit dem, laut Goethe, „König aller Gemüse“, bilden einen köstlichen Zweiklang, der ab Mai zu den kulinarischen Höhepunkten auf dem Teller gehört. Denn: Frischer geht’s nicht!
Ob weiß oder grün, das Herz eines jeden Gourmets schlägt von Ende April bis Ende Juni höher, wenn der frische Spargel der Frühlingssonne entgegen strebt. Ebenso großes Glück verheißen die lang herbeigesehnten, sonnengereiften Erdbeeren. Seit Jahrzehnten stehen sie unangefochten ganz oben in den Charts der beliebtesten Früchte und stehen für höchsten Genuss. Entdecken Sie den ungewöhnlichen wilden Spargel, probieren Sie die geschmackvollen weißen Ananas-Erdbeeren, die französischen Delikatesserdbeeren Gariguette, und feiern Sie die überwältigende Kombination aus zartem grünem Spargel und fruchtigen Beeren. So schmeckt der Mai!

Grüner Spargel

Über den wunderbaren Grünen Spargel haben Sie bereits in unserem Beitrag über Frühlingsgemüse viel erfahren – mit einem Vorschlag für ein luxuriöses Gericht, das die beiden Protagonisten, Erdbeeren und grünen Spargel, auf dem Teller zu einem raffinierten Geschmacksabenteuer vereint.

Wilder Spargel – Gezähmt auf dem Teller

Der wilde Spargel ist eine echte Neuentdeckung für Spargelliebhaber:innen und eines der leckersten Wildgemüse im Frühling! Er ist hierzulande auch als Waldspargel oder unter der französischen Bezeichnung „Asperger de bois“ bekannt. Im Mittelmeerraum werden die wilden Sprossen von März bis Mai nämlich hauptsächlich in Wäldern und Olivenhainen gesammelt. Die grünen essbaren Triebe wachsen wie kleine Speere direkt aus ihrer zotteligen Wurzelkrone, die über 50 Jahre alt werden kann. Der wilde Spargel ähnelt äußerlich dem grünen Spargel, seine Triebe sind aber wesentlich dünner und zarter als die seines kultivierten Cousins. Warum also der Hype um die weizengrasähnlichen Stängel? Ganz klar: Sein Aroma! Eine einzigartige Mélange aus grünen, intensiv würzig-bitteren Geschmacksnoten mit überraschenden nussig-getreidigen Untertönen macht ihn zu einem must have in der kreativen Frühjahrsküche. Er ist wenig aufwendig in der Zubereitung, da er nicht geschält werden muss und nur eine kurze Garzeit hat. Eventuelle holzige Stellen können Sie mühelos abbrechen.

Bei seiner Zubereitung sind Ihrer Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Ob gedämpft, gebraten, gebacken oder gegrillt, verleiht er Geflügel, Risotto, Scampi, Salaten, Crostini, Pasta- und Eiergerichten eine besondere Geschmacksnote. Seine intensiven Aromen vertragen sich hervorragend mit hochwertigem Olivenöl, mediterranen Kräutern, Essig und Knoblauch – seien Sie also nicht zurückhaltend beim Würzen! Probieren Sie doch als Einstieg in die Wildspargelzeit ein leckeres Zwischengericht: Reiben Sie eine frische Brotscheibe mit einer Knoblauchzehe ein und bestreichen diese mit Ricotta. Anschließend mit kurz blanchierten Wildspargelspitzen, viel frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einem guten Spritzer würzigem Olivenöl und Zitrone verfeinern. Easy und richtig lecker!

Steckbrief des wilden Spargel

Eigenschaften

  • fest | grüne dünne Stange | grüne kleine geschlossene Spitzen

Herkunft

  • Frankreich

Saison

  • März - Mai

Geschmack

  • würzig | nussig

Erdbeeren – endlich wieder rot sehen!

Für einen genussvollen Mai kommen Sie an den frühen sonnengereiften Erdbeeren nicht vorbei! Oft als „Königin der Beerenfrüchte“ bezeichnet, ist die Erdbeere das beliebteste Beerenobst in Deutschland.
Dabei ist die Erdbeere botanisch betrachtet gar keine Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht und gehört zur Familie der Rosengewächse. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind die kleinen Körner (Nüsschen) auf der Oberfläche, die auf dem verdickten, hochgewölbten Blütenboden der zumeist roten Scheinfrucht sitzen. Doch echte Erdbeerfans lassen sich dadurch nicht irritieren. Sie freuen sich über ein Obst mit Geschichte: Die Vorläufer der heutigen Erdbeeren wurden bereits in der jüngsten Steinzeit verspeist, wie archäologische Funde belegen. Das Aroma der süßen Früchte begeisterte in der Antike auch die Römer: Die aromatischen Qualitäten der Pflanze haben Dichter wie Vergil und Ovid in ihren Zeilen verewigt.

Erdbeeren bestehen zu fast 90 Prozent aus Wasser, die restlichen 10 Prozent sind für das fantastische Geschmackserlebnis verantwortlich: Je sonnengereifter die Früchte sind, desto höher ihr Gehalt an Aromastoffen, Fruchtsäuren und -zucker – und umso intensiver ist ihr Geschmack!

Mit ihren karamelligen, saftigen oder auch würzigen Noten lassen sich die knalligen Früchtchen zu herrlich verführerischen Desserts, Marmeladen, Gelees, Fruchtsoßen, sahnigem Erdbeereis und -torten verarbeiten: die Liste der Möglichkeiten ist lang.

Aber auch in Kombination mit herzhaften Gerichten sind die fruchtigen Beeren ein Genuss: Ihre leicht säuerliche Süße harmoniert hervorragend mit scharfen Gewürzen wie Pfeffer oder Chili! In einem Spargel-Erdbeersalat oder unserem frühlingshaften Rezeptvorschlag setzen sie geschmackvolle Akzente: Côte de Boeuf, Bulgursalat, Erdbeere, Spargel, Harissabutter.

Ananas-Erdbeere – ein Traum in weiß

Die Diva unter den Erdbeeren! Ursprünglich war der Name Ananas-Erdbeere ein üblicher Name für die Gartenerdbeere. Und eigentlich sind Erdbeeren ja auch rot! Die Ananas-Erdbeere stellt aber alles auf den Kopf: sie ist weiß, mit roten Nüsschen, und überrascht mit einem fein-fruchtigen, leicht zitrusartigen Ananasaroma. Ihre Früchte sind deutlich kleiner als die gewöhnlicher Erdbeersorten. Und eigentlich ist sie noch immer eine recht unbekannte Exotenbeere, obwohl es weiße Erdbeeren bereits seit mindestens zwei Jahrhunderten gibt. Diese fanden allerdings wenig Verbreitung, sodass die heute erhältlichen weißen Erdbeeren mit ihrer Ananasnote auf eine Zuchtform zurückgehen, die vor etwa 20 Jahren in den Niederlanden ihren Ursprung fand.

Die kleinen Früchtchen sind ein echtes Gaumenwunder: Sie sollten sie unbedingt frisch vernaschen – ein wahrhaft königlicher Genuss! Sie eignen sich aber auch, wie rote Erdbeeren, wunderbar als Zutat für kulinarische Kreationen wie Süßspeisen, Kuchen und Obstsalate oder als süßes Extra auf Käseplatten und Torten.

Steckbrief der Ananas-Erdbeere

Eigenschaften

  • weiß | klein | rundlich mit roten Körner

Herkunft

  • Niederlande

Saison

  • Mai - Juni

Geschmack

  • süß | erfrischend

Gariguette – die Delikatesserdbeere

Sie ist die Lieblingserdbeere unserer französischen Mitmenschen: Die Gariguette! Als Flaggschiff der französischen Erdbeerkultur ist sie die „Fraise de France“ und begeistert mit ihrem herrlichen Duft, ihrem außergewöhnlich aromatischen Geschmack und ihrem saftig-schmelzenden Fruchtfleisch. Ein echter Leckerbissen!

Als sehr früh reifende Sorte mit länglichen, hellroten Beeren zeichnet sie sich besonders durch ihr leicht säurebetontess, fein-fruchtiges Aroma und ihre leicht weichen Früchte aus. Ein Früchtetraum, der auf der Zunge schmilzt! In der Spitzengastronomie wie auch von Hobbyköch:innen wird sie aufgrund ihres erfrischenden Charakters nicht nur pur serviert, sondern auch als Zutat für fruchtige Desserts und beerenstarke Kuchen hoch geschätzt. Gourmets lieben sie frisch mit Rahm oder Zitronensaft oder pikant mit schwarzem Pfeffer und Muskatnuss gewürzt. Aber auch als luxuriöse Basis für feine Erdbeerkonfitüren ist sie wie geschaffen.
Kombinieren Sie die Gariguette doch mal mit blanchierten grünen Spargelstangen, frischem Babyspinat und gebackenem Ziegenkäse. Ein einfaches, schnelles Gericht und hinreißend lecker!

Steckbrief der Gariguette

Eigenschaften

  • rot-orange | klein | länglich mit gelben Körner

Herkunft

  • Frankreich

Saison

  • April - Juni

Geschmack

  • süß | erfrischend | duftend

Woran erkenne ich Qualität und wie kann ich Erdbeeren richtig aufbewahren?

Erdbeeren reifen nicht nach, daher ist es wichtig, dass Sie sie zum richtigen Zeitpunkt einkaufen. Lassen sich die Kelchblätter leicht ablösen, so ist das ein sicheres Zeichen für Reife. Falls Sie sich noch unsicher sind: Einfach mal kosten!
Reife Erdbeeren sind sehr druck- und temperaturempfindlich und verlieren schnell ihr Aroma. Beim Einkauf sollten Sie darauf achten, dass die Früchte keine Druckstellen, Verfärbungen oder weiße Stellen an der Spitze oder unter den Blättern aufweisen. Die leckeren Früchtchen, ob rot oder weiß, sollten eine gleichmäßige Färbung haben und glänzen. Matte Beeren sind oft ein Zeichen für Überreife.

Angeschimmelte Beeren sollten Sie aussortieren, da sie auch die übrigen Früchte sehr schnell verderben lassen. Falls die Beeren in ihrer Verpackung nass sind, sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen.

Idealerweise genießen Sie die leckeren Früchtchen gleich nach dem Einkauf. Um Aromaverlusten vorzubeugen, sollten Sie sie nicht unter fließendem Wasser oder einem harten Strahl waschen, sondern behutsam in einer Schüssel mit frischem Wasser. Im Anschluss lassen Sie sie im Sieb und auf Küchenpapier gut abtropfen und entfernen erst dann die Kelchblätter und den Stielansatz.

Zur Lagerung legen Sie die Beeren mit Stielansätzen und Blättern ins Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Am besten verteilen Sie sie dafür gleich nach dem Waschen auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Tablett, um Druckstellen vorzubeugen. So aufbewahrt halten sie sich etwa zwei Tage lang frisch.

Welche Lebensmittel passen gut zu Spargel und Erdbeeren?

Sie können unser Dreamteam wunderbar miteinander kombinieren: Neben dem schon fast klassischem Erdbeer-Spargelsalat können Sie sich einfach durch unsere Rezeptideen inspirieren lassen und neue kulinarische Experimente wagen.
In unserem Frühlingsgemüse-Special haben wir bereits auf die mit Spargel harmonierenden Lebensmittel hingewiesen. Daher finden Sie hier eine kurze Übersicht zu fantastischen Kombinationspartnern für Erdbeeren.

  • Molkereiprodukte: Sahne, Quark, Mozzarella, Buttermilch, Kefir, Joghurt, Milch, Frischkäse, Mascarpone, Parrrmesan, Ziegenkäse
  • Gemüse: Radieschen, grüner Spargel, Erbsen, Rhabarber, Gurke, Spinat
  • Früchte: Ananas, Banane, Himbeere, Mango, Melone, Orange, Passionsfrucht, Pfirsich, Weintraube
  • Kräuter und Gewürze: Anis, Basilikum, Vanille, Pfeffer, Chili, Koriander, Limette, Minze, Muskatnuss, Zitronenthymian, Waldmeister, Veilchen, Zimt
  • Fleisch und Geflügel: Schinken, Rindfleisch, Speck
  • Meeresfrüchte
  • Weiße und dunkle Schokolade
  • Kerne und Nüsse: Haselnuss, Kokosnuss, Pistazie, Mandel

Noch ein Tipp: Erdbeeren vertragen keine Hitze und es gibt kaum Garmethoden, die ihre einzigartigen Aromen erhalten. Deshalb sollten sie am besten ganz frisch zubereitet werden. Eine Ausnahme bilden Marmeladen und Konfitüren, die aber stets auch einen Verlust an Aromen bedeuten.

Welches Getränk passt zu Erdbeeren?

Champagner! Er komplementiert das besondere Aroma der süßen Früchte in unnachahmlicher Weise. Portwein ist ebenfalls immer eine gute Idee, wenn Erdbeeren als Dessert serviert werden. Falls die Beeren als fruchtiger Salat gereicht oder mit Sahne kombiniert werden, passen Beerenauslesen und Eisweine, besonders aber auch ein Riesling mit einer harmonisch ausgewogenen Süße und Säure oder ein fruchtiger Moscato.