Beeren aus dem Garten Eden

Im Sommer ist Beerenalarm! Die Auswahl an sonnengereiften leckeren Beeren ist jetzt riesig, ob rot, schwarz, grün oder weiß, ob klein oder groß. Idealerweise gleich zum Vernaschen, aber auch für selbstgemachte Köstlichkeiten – die aromatischen Beeren versüßen uns die Sommertage! Folgen Sie uns in den Beerengarten und lernen Sie Ihre Lieblingsbeeren kennen. Sind es vielleicht die himmlischen Himbeeren? Oder die appetitlichen Johannisbeeren in ihrer farbigen Vielfalt? Wie wär’s mit den unvergleichlichen Heidelbeeren oder den Brombeeren, unseren schwarz-blauen Lieblingen? Oder schwärmen Sie doch eher für die grünen oder roten Stachelbeeren? Auch die trendige Kiwibeere wird es Ihnen nicht schwer machen, sie zu lieben! An die Beere, fertig, los!

Himbeeren: Die süßen Träumchen

Himbeeren sind einfach himmlisch! Mit ihrem zarten, süßen Aroma verführen die sommerreifen Beeren zum Naschen und laden zum Träumen ein. Ihrer Beliebtheit steht nicht im Wege, dass sie eigentlich keine Beere ist, sondern eine Sammelsteinfrucht, und ihr Name nichts mit dem Himmel zu tun hat, sondern dem altnordischen Begriff „Hintperi“ (Beere der Hirschkuh) entlehnt wurde. Die heutigen Sorten der roten Früchte aus der Familie der Rosengewächse haben sich durch Züchtungen aus wilden Waldhimbeeren entwickelt. Das Aroma der zarten Beeren ist unvergleichlich süß, leicht säuerlich und herrlich fruchtig. Himbeeren schmecken natürlich am besten, wenn sie frisch und vollreif geerntet wurden. Sie bergen viele kulinarischen Möglichkeiten: Ob als ganze Frucht oder püriert, mit Himbeeren lassen sich viele tolle Dessert-Kreationen zubereiten. Ihre fruchtige Süße harmoniert aber auch perfekt mit Ziegen- oder Schafskäse, passt toll in sommerliche Salate und zu Geflügel oder Wild! Entdecken Sie doch mal einen Himbeer-Mojito als Sommerdrink, mit oder ohne Alkohol ein erfrischender Genuss!

Steckbrief der Himbeere

Eigenschaften

  • runde kegelförmige Sammelsteinfrucht | rote Farbe | intensiv im Aroma

Herkunft

  • Niederlande | Deutschland

Saison

  • Juni - August

Geschmack

  • süß | sauer | sehr aromatisch

Heidelbeeren: Die Superbeeren

Sie sind auch als Blau-, Schwarz- oder Bickbeeren bekannt: Die Saison der süß-säuerlichen, dunkelblauen Kultur-Heidelbeeren beschert in jedem Fall verführerischen Beerengenuss! Ihr Erfolgsgeheimnis ist ihr beerig-süßer, intensiver Geschmack. Das unter ihrer Schale befindliche grünlich-gelbe Fruchtfleisch enthält weniger Kerne als das der Waldheidelbeeren, die als Wildsorte durchgefärbt sind und Zunge und Zähne blau färben. Beiden Arten unterscheiden sich zudem in Größe und Haltbarkeit: Während die aus Nordamerika stammende Kulturheidelbeere eher groß und fest ist, hat die europäische Waldheidelbeere kleinere, weichere Früchte, die eine geringere Lagerungsfähigkeit haben. Wie alle Beeren sind beide Arten frisch und pur am leckersten, schmecken aber auch köstlich leicht gezuckert mit Milch, Joghurt oder Sahne oder als Dessert, und sind besonders beliebt im Blueberry Cheesecake, in Muffins und Pfannkuchen. Als fruchtige Sauce zu Rind und Wild geben Sie herzhaften Gerichten einen besonderen Kick und einem Fruchtaufstrich oder Smoothie ihre kräftige Farbe und beeriges Aroma. Entdecken Sie neue Seiten der vielfältigen Beere und lassen Sie sich von ihrem fantastischen Aroma begeistern!

Steckbrief der Heidelbeere

Eigenschaften

  • runde kugelige Beere | dunkelblaue Haut | weißes Fruchtfleisch

Herkunft

  • Spanien | Portugal | Deutschland

Saison

  • Juni - September

Geschmack

  • dezent süß

Johannisbeeren: Schwarz-rot-weiße Vielfalt

Um den 24. Juni, den Johannistag, werden die ersten Johannisbeersorten üblicherweise reif. In ihrer Wildform waren sie in Skandinavien und Nordasien beheimatet und werden seit dem Mittelalter in den nordeuropäischen Ländern kultiviert. Aus den heimischen Beerengärten sind die Johannisbeersträucher, die zur Familie der Stachelbeergewächse zählen, seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken. Es gibt über 50 verschiedene Sorten in verschiedenen Farben, von rot über rosa, gelblich, grünlich bis schwarz. Am bekanntesten sind die roten Johannisbeeren, die auch weiße Früchte tragen können, und die schwarzen Johannisbeeren. Gemeinsam ist ihnen ihr tendenziell säuerliches Aroma, das sie überraschend begehrt und kulinarisch unglaublich vielseitig sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten macht.

Rote Johannisbeeren: Tiefrote Perlen

Die kleine, knallrote Beere bringt Farbe in die Beerenküche, setzt säureintensive Akzente und punktet als Blickfang auf dem Teller. Als Garnitur glitzern die Beeren wie Perlen auf Ihren kulinarischen Kreationen und lassen Feinschmeckerherzen höher schlagen. Der süß-saure Geschmack der roten Johannisbeere kommt besonders in Chutneys zur Geltung, und bei der Herstellung von Konfitüren werden ihre gelierenden Eigenschaften geschätzt. In süßen Zubereitungen sorgen die roten Beeren für besondere Geschmacks- und Farbnuancen, aber sie passen mit ihrer feinen Säure auch hervorragend zu exquisiten Käseplatten, als Zutat im Salat und als Sauce zu herzhaften Fleischgerichten, ob Wild, Geflügel, Schweinefleisch oder Lamm. Genießen Sie die köstlichen Beeren so oft wie möglich frisch – die Saison ist kurz!

Steckbrief der roten Johannisbeeren

Eigenschaften

  • runde Beere mit Kernen gefüllt | rote Haut

Herkunft

  • Niederlande | Deutschland

Saison

  • Juni - September

Geschmack

  • sauer | süß

Weiße Johannisbeeren: Rare Beerenliebe

Weiße Johannisbeeren sind eher selten, denn die kleinen Beeren sind sehr empfindlich und verderben schnell. Allerdings haben sie viele Liebhaber:innen, die von dem süß-säuerlichen Geschmack der Früchte begeistert sind. Sie sind keine eigene Art, sondern eine farbliche Variation der Roten Johannisbeeren. Die erste Johannisbeere mit weißen Beeren wurde vermutlich in England, Ende des 16. Jahrhunderts gezüchtet. Die weiß-gelblichen Beeren sind ein leicht durchscheinend und im Vergleich zu ihren roten Schwestern deutlich süßer, fruchtiger und säureärmer, und erinnern geschmacklich entfernt an Champagner. Sie sind perfekt für den puren Genuss, glänzen aber auch ähnlich der roten Beeren in meisterlichen Dessertkreationen.

Schwarze Johannisbeeren: Herbe Süße

Die schwarzen Johannisbeeren sind prall und kugelig und zeichnen sich durch ihren unbeschreiblichen Duft und ihr besonderes Aroma aus: Intensiv fruchtig, feinherb und weniger säuerlich als ihre roten Verwandten. Die Früchte lassen sich wunderbar zu Saft, Limonade oder Crème de Cassis – einem Likör nach französischem Rezept – verarbeiten. Sie verfeinern Obstsalate, Desserts, Eis, Kuchen, fruchtige Konfitüren, Marmeladen und Gelees, und werden auch gern zusammen mit Zucker, Gewürzen und Branntwein „aufgesetzt“. Aus der norddeutschen roten Grütze sind sie neben den roten Johannisbeeren nicht wegzudenken!

Grüne und rote Stachelbeeren: Sauer, aber süß!

Die Stachelbeeren sind die leicht verkannten Genies des Beerengartens, denn sie gerieten in den 70er Jahren durch die massenhafte Verbreitung des amerikanischen Mehltaus für lange Zeit in Vergessenheit. Das einst so beliebte Beerenobst steht erst dank neuer mehltauresistenter und stachelfreier Züchtungen wieder in den Gärten und erlebt eine kleine Renaissance. Denn die Beeren der mehr oder weniger stacheligen Sträucher sind eine kleine Besonderheit: Sie können bereits unreif geerntet werden und reifen in der Regel nach. Jedoch eignen sich gerade die unreif geernteten, sehr sauren, kleinen grünen Stachelbeeren hervorragend als Kuchenbelag, als Chutney oder zum Einkochen. Reife große Beeren dagegen, mit knackiger fester Schale, schmecken angenehm süß und aromatisch, mit erfrischend säuerlichen Untertönen. Die grünen Sorten eignen sich mit ihrem leicht säuerlich herb-süßen Geschmack wunderbar zur Herstellung von Marmeladen, Kompotts, Kaltschalen oder Fruchtsäften. Erst ab Juli sind Stachelbeeren wirklich reif, ein bisschen weicher und schmecken angenehm süß. Die roten Stachelbeeren haben dabei ein besonders süßes, beerig-fruchtiges Aroma und sind ideal für den puren Genuss!

Steckbrief der Stachelbeere

Eigenschaften

  • Grün: Runde bis eiförmige Frucht | feste grüne Haut (manchmal behaart) | säuerliches Fleisch mit kleinen Kernen
  • Rot: Runde bis eiförmige Frucht | feste rote Haut (manchmal behaart) | säuerliches Fleisch mit kleinen Kernen

Herkunft

  • Niederlande | Deutschland

Saison

  • Juni - September

Geschmack

  • Grün: sauer | herbes Aroma
  • Rot: süß

Brombeeren: Genuss aus dem Wald

Die schwarz glänzenden Beeren des Brombeerstrauchs sind lecker und nicht nur als Naschfrucht ein Genuss. Die Beeren gehören zu den ältesten Obstarten und sind wie die Himbeeren Pionierpflanzen der Wälder Nordamerikas und Eurasiens. Sie überwuchern gern soviel freie Flächen wie möglich und tragen so zu Entstehung und Erhalt schützender Waldklimata bei. Botanisch sind Brombeeren als Rosengewächse mit Himbeeren verwandt und wie diese Sammelsteinfrüchte mit intensivem waldigen Aroma, saftiger, Süße und feiner Säure. Je reifer die Beere ist, desto mehr Süße spüren Sie auf der Zunge. Reife Brombeeren passen hervorragend in süße kulinarische Kreationen. Ihr kräftiges Waldaroma harmoniert wunderbar mit sahnigen Desserts oder rundet in einer Brombeer-Vinaigrette Salate mit Käse raffiniert ab. Genießen Sie die köstliche Beere als fruchtigen Aufstrich, im Obstsalat, oder zum Frühstück in Ihrem Müsli. Und geraten Sie ins Schwärmen bei eingelegten Gewürzbrombeeren, selbstgemachtem Brombeer-Essig oder so außergewöhnlichen Gerichten wie einer gebratenen Ente mit Brombeerglasur, denn die schwarzen Früchte geben auch Fleischgerichten eine waldfruchtige Note. Der Zubereitung der starken Beere sind wenig Grenzen gesetzt, genießen Sie dieses saisonale Highlight!

Steckbrief der Brombeere

Eigenschaften

  • runde, kegelförmige bis 3cm große Sammelsteinfrucht, dunkelblaue bis schwarze Farbe, intensiv im Aroma

Herkunft

  • Niederlande | Deutschland

Saison

  • Juni - September

Geschmack

  • süß | sauer | saftig

Kiwibeeren: Beerige Shootingstars

Klein, grün, leicht, und doch ein Kraftpaket! Die neue Trendbeere stammt ursprünglich aus Südost-Asien, wo sie wild als schlingender Kletterstrauch bis zu sechs Metern hoch an Bäumen wächst. Seit einigen Jahren erobert die vitaminreiche Kiwibeere auch hierzulande die Beerengärten und schmeichelt sich als kleine Gaumenfreude mit ungewöhnlicher Optik in die Herzen. Die Kiwibeere, auch als Honigbeere, Nergi oder Kiwai bekannt, wird behutsam von Hand gepflückt und kommt in verschiedenen Formen und Farben auf den Markt: Von kugelig bis länglich, mit essbarer grüner, gelbgrüner oder rötlich-glatter Schale. Sie müssen die kleinen Beeren also nicht auslöffeln oder schälen, sondern können sie praktischerweise komplett vernaschen. Die Frucht ähnelt äußerlich der Stachelbeere, ihr Inneres kann aber die Verwandtschaft mit der großen Kiwi nicht verleugnen. Auch ihr Geschmack ähnelt entfernt dem der Kiwi. Die vitaminreiche kleine Frucht ist jedoch weniger säuerlich, sondern begeistert mit ihren mildsüßen Wildfrucht-Aromen und feinen Noten von Feige und Erdbeere. Vollreife Kiwibeeren eignen sich nicht nur für den puren Genuss, sie können auch wunderbar zu fruchtiger Konfitüre, Kompotts oder Saft verarbeitet werden. Frisch püriert im cremigen Smoothie, als fruchtige Zutat im Dessert oder als Topping auf einem sommerlichen Salat, die Kiwibeere bietet viel Raum für kulinarische Fantasie!

Woran erkenne ich Qualität und wie kann ich Beeren richtig aufbewahren?

Die Reife der Beeren erkennen Sie nicht nur an ihrer Farbe. Frische Himbeeren sollten leuchtend rot und fest sein sowie intensiv aromatisch duften. Sind bereits einige Himbeeren matschig oder duften nicht mehr, lassen Sie sie lieber stehen. Heidelbeeren Brombeeren und Kiwibeeren sollten prall aussehen und auf leichten Druck etwas nachgeben. Erntefrische rote und weiße Johannisbeeren sind prall und glänzend, und haben elastische Stiele.
Reife schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren haben oft einen matten dunklen Schimmer. Den hauchzarten Wachsfilm bilden die Pflanzen als natürlichen Schutz, um nicht so schnell auszutrocknen. Sind die Heidelbeeren dagegen blank und sehr dunkel, sind sie nicht mehr ganz frisch. Frisch gepflückt schmecken die sonnengereiften Beeren am besten, da sie nach der Ernte nicht nachreifen. Nur Stachelbeeren können Sie unreif kaufen und zu Hause nachreifen lassen.
Idealerweise sollten Sie die Beeren nach dem Einkauf so schnell wie möglich frisch verspeisen oder zubereiten. Falls Sie Beeren lagern möchten, legen Sie sie am besten ungewaschen ins Gemüsefach des Kühlschranks oder bewahren Sie sie kühl und dunkel maximal zwei bis drei Tage im Keller auf. Entfernen Sie Kelche, Blütenblätter und Stängel erst kurz vor der Zubereitung und legen Sie die Beeren beim Säubern nicht zu lange ins Wasser, da sie sonst ihr Aroma einbüßen. Alle Beeren und besonders die empfindlichen, dünnhäutigen Him- und Brombeeren schimmeln sehr schnell, wenn sie verletzt werden, deshalb sollten Sie sie kühl idealerweise auf einem Teller lagern.

Welche Lebensmittel passen gut zu Beeren?

Beeren lassen sich hervorragend untereinander mischen, der norddeutsche Klassiker „Rote Grütze“ vereint als bestes Beispiel vielerlei Beeren zu höchstem Genuss! Unseren Rezeptvorschlag für Ihre Lieblingsbeeren finden Sie hier: Beerenfrüchte auf gratinierter Ananas mit Orangen-Zabaione
Weitere Ideen zu aromatischen Kombinationspartnern finden Sie in unserer Liste, wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Molkereiprodukte: Sahne, Ziegenfrischkäse, Ricotta, Joghurt, Quark, Mascarpone
  • Gemüse: Blattsalate
  • Früchte: Ananas, Erdbeere, Mango, Weintraube, Orange, Zitrone, Limette
  • Kräuter und Gewürze: Basilikum, Vanille, Pfeffer, Chili, Minze, Melisse, Zimt, Nelken, Sternanis
  • Fleisch und Geflügel: Schinken, Rindfleisch, Huhn, Lamm, Ente, Gans, Wild,
  • Kerne und Nüsse: Pistazie, Mandel, Walnuss, Kastanie, Haselnuss, Kokosnuss, Pekanuss
  • Schokolade, Honig