Schweineställe
Startseite > Blog > Hinter den Kulissen > Zu Besuch bei unseren Produzenten für Duroc Schweinefleisch - Schweinefleisch in ziemlich gut

Zu Besuch bei unseren Produzenten für Duroc Schweinefleisch - Schweinefleisch in ziemlich gut

Wer schonmal unsere gut bestückten Fleischtheken besucht hat, dem mag das begehrte Fleisch der Schweinerasse Duroc aufgefallen sein. Doch was ist daran so besonders? Nun, beim Duroc Schwein handelt es sich um eine von Gourmets sehr geschätzte Rasse, da sie besser marmoriertes Fleisch hat und in ihrer Textur und im Geschmack einfach mehr aufs Porzellan bringt als die blassen Alternativen hiesiger Kühlregale. Vor geraumer Zeit war das Fleisch des Duroc Schweins ein noch ein absoluter Geheimtipp: Nicht nur, dass es beim Garen besonders saftig bleibt und ein einzigartiges tiefes Aroma beherbergt: Das zarte Muskelfleisch ist äußerst fein marmoriert und so ein Garant für Hochgenuss! Doch woher kommen unsere Duroc Schweine und wie leben sie? Wir haben uns auf den Weg ins nicht ganz so weit entfernte Thüringen gemacht. Der Heimat unserer Duroc Schweine. 

Zu Besuch im wilden Thüringen - Der Heimat unserer Duroc Schweine

Unser Tag beginnt bei einem kräftigenden Frühstück mit Kaffee und Wurstbrot in der Agrargenossenschaft Abtsbessingen. Der landwirtschaftliche Betrieb in der Mitte Deutschlands entstand aus mehreren ehemaligen LPGs, den landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR. Aktuell werden etwas mehr als 3.000 Schweine hier im Kyffhäuser Kreis südlich des Harzes aufgezogen. Etwa 1.500 davon leben gleich um die Ecke in einem Betrieb in Rockstedt. Diese kleine Gemeinde ist heute unser Ziel.

Herr Kästner

Nach nicht einmal 10 Minuten Autofahrt empfängt uns ein entspannter Mann mit breitem Lächeln. Seine roten Gummistiefel leuchten uns schon von Weitem entgegen. Herr Kästner stammt gebürtig aus Abtsbessingen und ist schon seit 30 Jahren in dem Betrieb tätig. Täglich kümmert er sich fürsorglich um das Wohlergehen der Duroc Schweine. Ich kenne jeden Stein auf dem Hof, begrüßt er uns mit einem warmen Händedruck. Einen patenteren Mann hätten wir uns für die Hofführung nicht wünschen können.

Futter

Nach der Hygieneschleuse gehen wir direkt in den Stall. Es ist ruhig und sonnig. Ein lauer Luftzug weht durch die offenen Fenster herein. Prompt drehen sich zahlreiche schnuppernde Nasen interessiert in unsere Richtung. Die Großbuchten sind mit frischem Stroh ausgelegt. An Holz, Hanf und Reisig können die Tiere ihren verspielten Entdeckerdrang ausleben. Herr Kästner verteilt etwas zusätzliches Stroh in den Buchten und freut sich über das wohlwollende Grunzen der Tiere: Das mögen sie. Das ist schön mit anzusehen. Darüber hinaus hat hier jedes Tier durchschnittlich 30 % mehr Platz als in der konventionellen Haltung. Die Zufriedenheit der Schweine spiegelt sich in ihrer Neugier wider. Von Scheu sehen wir keine Spur, stattdessen müssen wir aufpassen, dass uns keines ein Loch in die Stiefel knabbert.

Tiere und Boden profitieren von der Kreislaufwirtschaft

Die Duroc Schweine auf dem Hof wurden mit einer alten deutschen Landrasse gekreuzt. Ihr Fleisch bleibt dabei genauso zart und aromatisch wie das der ursprünglichen Rasse. Die Tiere sind robust und wenig anfällig für Krankheiten, sodass der Hof auf den Einsatz von Antibiotika verzichten kann. Herr Kästner führt uns aus dem Stall heraus weiter durch die Futterhalle. 90 % des Futters stammen aus eigenem Anbau. Rapsschrot und Erbsen sind eine ausgezeichnete Eiweißquelle, Soja wird in diesen Ställen nicht verfüttert. Hier am Rande des Thüringer Beckens ist das Land besonders fruchtbar, die dort wachsenden Futtermittelpflanzen liefern alle Mineral- und Nährstoffe, die die Tiere für ein gesundes Wachstum brauchen. 

Duroc-Schwein

Im Außenbereich angekommen, zeigt uns Herr Kästner die Biogasanlage des Hofes. Dort erzeugt die Gülle der Schweine Heizwärme für die Ställe. Die Reste aus der Anlage und der Mist aus den Ställen wird wiederum als Dünger auf die Felder aufgebracht. Der Betrieb in Rockstedt setzt auf einen geschlossenen Kreislauf. Wir haben den Betrieb gut hingekriegt, freut sich Herr Kästner, während er uns zurück zu unserem Auto begleitet. Er lebt für seinen Beruf. Seine Souveränität ist fast greifbar und seine Ruhe steckt uns an. Als wir vom Hof fahren, funkelt uns die Photovoltaikanlage auf dem Dach kurz entgegen, und wir verlassen Thüringen, mit etlichen Fotos im Gepäck, einem neuen Freund, und dem Duft von frischem Heu in der Nase.