Kohl ist in aller Munde!

Vom „Arme-Leute-Essen“ zum Trend-Food! Wir möchten heute mit Ihnen über Kohl reden. Kohl ist toll. Diejenigen, die diese Meinung nicht teilen, möchten wir mit den kommenden Zeilen überzeugen. Also kommen Sie mit uns auf eine Reise in ein Land, in dem Spitz- und Blumenkohl sprießen. In dem wir unter Palmkohlblättern liegend an Rosenkohl schnuppern und dem Grünkohl, schwer mit Morgentau behangen, zuschauen, wie er seine kräftigen Blätter gen Himmel streckt. Entdecken Sie mit uns die Pyramiden vom Romanesco! Kommen Sie mit uns auf eine Reise in die kulinarischen Sphären des Kohls… Wer sagt im Kohl läge keine Leidenschaft?

Kohl schmeckt gegart immer etwas süßlich, reichhaltig und würzig zugleich. Ursprünglich, wie bei so vielen beliebten und angesagten Lebensmitteln heutzutage, galt der Kohl als Arme-Leute-Essen. Heute ist er aus den meisten ambitionierten Küchen und der Haute Cuisine kaum noch wegzudenken. Ob gefüllt mit herzhaften Zutaten, als zentrale Komponente in herzhaften Eintöpfen, fermentiert als Kimchi oder roh in Salaten… gebraten, gedämpft, gebacken, verbrannt oder sauer eingelegt - Kohl ist in aller Munde! Zurecht, wie wir meinen. Und heute möchten wir Ihr Wissen rund um diese wunderschönen Lebensmittel erweitern. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Sie gute Qualität erkennen, welche Lebensmittel hervorragend mit Kohl harmonieren, wie man ihn lagern sollte und welcher Wein zum Kohl gereicht werden kann. Lassen Sie sich inspirieren! Im Kohl schlummert einiges an Potential!

Rosenkohl: Kohl mit Charakter

Bitter, süß, herb, nussig – die feinen Kohlröschen bieten ein außergewöhnliches Geschmacksuniversum und gehören mit zu den beliebtesten Wintergemüsesorten. Sie werden auch „Brüsseler Kohl“ genannt, was ihren Ursprung andeutet: Bereits vor etwa 400 Jahren wurde Rosenkohl von belgischen Bauern angebaut und gelangte Anfang des 19. Jahrhunderts nach Frankreich, England und Nordamerika, die heute neben den Niederlanden die Hauptanbaugebiete sind.

Bis zu einhundert der leckeren Röschen wachsen als Blattknospen an einem hohen Stängel, und jedes von ihnen sieht aus wie ein Mini-Kohlkopf. Es gibt runde, feste, hellgrüne und längliche, lockere, dunkelgrüne Röschen, die bereits im Frühherbst geerntet werden können. Aber so richtig lecker schmecken sie erst, nachdem der erste Frost die Felder überzogen hat, denn die eisige Kälte mindert ihre Bitterstoffe und gibt ihnen ein fast süßliches Aroma.

Für die Zubereitung befreien Sie die Röschen von ihren äußeren welken oder losen Blättern, kürzen Sie den Strunk und schneiden ihn kreuzweise ein. So kann der Kohl gleichmäßig und möglichst kurz garen, behält seinen zarten Biss und zerfällt nicht. Sie können ihn nach dem Kochen in etwas Butter schwenken, und mit leicht gebräunten Mandelblättchen oder gerösteten Walnüssen als feine Beilage zu Fleisch, Fisch oder Geflügel servieren. Durch seinen feinherben Geschmack lässt er sich auch gut mit anderen Nüssen oder mit Äpfeln kombinieren.
Alternativ können Sie die Blätter auch einzeln abzupfen und kurz in Öl oder Butter anbraten, oder die Röschen halbieren, anbraten und dünsten. Für die Zubereitung als köstliches Ofengemüse rösten Sie die halbierten Röschen mit etwas Öl und Salz auf einem Backblech. Gegarter Rosenkohl bereichert hervorragend herbstliche Salate, ist aber auch als Hauptgericht ein aromatisches nussig-würziges Highlight mit zarten Bitternoten. Probieren Sie Rosenkohl in einem Auflauf, bereiten Sie eine cremige Rosenkohlsuppe zu oder lassen Sie sich von einer Rosenkohl-Quiche begeistern. Das Kohlgemüse liebt kräftige Gewürze wie Muskat, Curry, Rosmarin, Thymian, Fenchel, Anis, Kümmel und Chili und läuft mit ihnen zur Hochform auf. Unser Tipp: Orientalische QSFP Marensin Maisente mit Rosenkohl, Datteln, Mandeln und Couscous – der Rosenkohl setzt sich mit seiner feinen Bitterkeit gelungen vom süßlichen Aroma der Datteln und Mandeln ab und gibt dem Gericht eine wunderbare Note – ein festlicher Genuss!

Steckbrief des Rosenkohl

Eigenschaften

  • rund | klein | grüne übereinander liegenden Blättern | kleine Kohlköpfe

Herkunft

  • Niederlande

Saison

  • September - Januar

Geschmack

  • mild | leicht süß | leicht nussig

Wirsing: Kohl mit Kopf

Groß, größer, Wirsing! Der grüne Wirsingkohl ist im Vergleich ein echter Riese unter den Kohlsorten und wird gerade zum Shooting Star der Trendgemüse, sogar in den Sterneküchen! Er ist leicht erkennbar an seinen charakteristischen dunkelgrünen, krausen, am Rande gewellten Blättern. Sie ähneln einer geöffneten Blüte und sind netzartig gerippt und besitzen eine leicht blasige Oberfläche. Wirsing ist ganzjährig erhältlich, wobei der erste Wirsing des Frühjahrs „Adventswirsing“ heißt und schon ab Mai geerntet wird. Er schmeckt noch recht mild. Der Herbstwirsing dagegen kommt von August bis November frisch vom Acker und ist geschmacklich viel intensiver.
Seinen Ursprung hat der leckere Kohlkopf vermutlich in den Ländern rund ums Mittelmeer. Seit dem 8. Jahrhundert war er vor allem in Frankreich bekannt, weshalb er heute noch im englischen Sprachraum „Savoy Cabbage“ (Savoyer Kohl) heißt. In unseren Breiten wurde Wirsing erst im 18. Jahrhundert für die Küche entdeckt. Dafür gilt er heute als Klassiker der mitteleuropäischen Küche und Held vieler Traditionsgerichte.
Früher als typisches Arme-Leute-Essen verschrien, wird er heute sogar von Kohl-Skeptiker:innen wegen seines zarten, wenig ausgeprägten typischen Kohlaromas geschätzt. Entfernen Sie bei frischem Wirsing zunächst den ganzen Strunk und die äußeren Blätter. So können Sie ihn fein geschnitten oder geraspelt sogar roh in den Smoothie mixen oder als Salat aufpeppen. Seine großen Blätter eignen sich perfekt als Lage in einer köstlichen Wirsinglasagne oder für vegetarische oder fleischhaltige Kohlrouladen.
Geschmort als Beilage zu kräftigem Wild und herzhaftem Schweine-, Rind- und Lammfleisch, oder als Rahmwirsing, der dank seines üppigen, süßlich-würzigen Geschmacks in Kombination mit Sahne absolut kindertauglich ist. Sein aromatischer Geschmack entfaltet sich hervorragend, wenn Sie ihn mit Fett wie Schmalz, Speck oder Schinkenspeck zubereiten oder kurz scharf anbraten, denn so bekommt er ein intensives, köstliches Röstaroma. Als cremige Suppe, Eintopf oder Auflauf oder sogar als knusprige Wirsing-Gemüsechips ist der Krautkopf ein Knaller! Ob blanchiert, gefüllt oder gedünstet: Verpassen Sie nicht, den aromatischen Wirsing in Ihre herzhafte Winterküche zu integrieren.

Steckbrief des Wirsing

Eigenschaften

  • platt rund | dunkelgrüne stark gewellte Aussenblätter | zum Kohlhetz werden sie gelblich 

Herkunft

  • Niederlande

Saison

  • August - November

Geschmack

  • mild | zart | aromatisch | leicht nussig

Woran erkenne ich Qualität und wie kann ich Rosenkohl und Wirsing richtig aufbewahren?

Rosenkohl:
Achten Sie beim Einkauf von Rosenkohl auf fest geschlossene, pralle knackige Röschen, leuchtend grüne Blätter und eine feste Konsistenz. Die Schnittkante sollte glatt und hell sein.
Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Rosenkohl gut in ein feuchtes Tuch eingewickelt etwa vier Tage. Danach sollte er spätestens verarbeitet werden. Damit er sich so lange hält, sollte er dunkel lagern, da sonst das lichtempfindliche Vitamin K zerstört wird.

Wirsing:
Der frische Wirsing ist tiefgrün, seine äußeren Blätter sollten frisch und knackig aussehen und sich brechen lassen. Er sollte keine sichtlichen Risse oder gelb-braune Stellen an den Blättern aufweisen und sein Strunk sollte eine saftige, nicht angetrocknete Schnittstelle haben. Angeblich soll frischer Wirsing beim Schütteln rasseln. Hören Sie gut hin!

Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich der ganze Wirsingkopf etwa eine Woche. Wie andere Kohlsorten auch darf Wirsing nicht neben Obst lagern, damit seine Blätter nicht vorschnell faulen oder vergilben.

 

Spitzkohl

Beginnen wir mit dem edelsten aller Sorten. Dem Spitzkohl. Er wird auch als „Krone der Schöpfung“ im Kohl-Universum betitelt und ist an seiner spitzköpfigen Form leicht zu erkennen. Formschön wie er ist, weiß auch sein Geschmack zu überzeugen. Er schmeckt im Vergleich zu seinen meist kantigen Verwandten eher dezent und fein, leicht nussig, ähnlich einer Kreuzung aus Wirsing und Blumenkohl. Der Spitzkohl eignet sich hervorragend zum Rohverzehr in marinierten Salaten. Kurz in der Pfanne gedünstet und mit einer Gemüsebrühe sowie etwas Sahne abgelöscht, erhält man recht unkompliziert eine schmackhafte Beilage zu Fleisch und Geflügel. An Möglichkeiten der Zubereitung mangelt es definitiv nicht. Genussmenschen mit empfindlichem Magen schätzen am Spitzkohl ebenfalls, dass er besonders leicht verdaulich ist.

Steckbrief des Spitzkohls

Eigenschaften

  • zartgrüne Farbe | kegelförmiger Weißkohl

Herkunft

  • Portugal

Saison

  • Dezember - Mai

Geschmack

  • mild | nussig | süßlich

Blumenkohl

Das beliebteste Kohlgemüse der Deutschen ist aber nicht Spitzkohl, sondern nach wie vor der Blumenkohl. Grund für seine Beliebtheit sind sein zartes Aroma und seine Bekömmlichkeit.

Der Blumenkohl ist ein echter Allrounder: Ob gekocht, gedünstet, gedämpft, gebraten, überbacken oder frittiert - Blumenkohl kann einiges mehr als nur Fleisch-, Fisch- und Geflügelgerichte zu begleiten. Sie kön-nen ihn auch für exotische Köstlichkeiten, wie ein vegetarisches Gemüse-Curry, einsetzen. Sogar mit mediterranen Speisen, wie beispielsweise einem pikanten Risotto oder einem eleganten Meeresfrüchte-Salat, verträgt sich Blumenkohl bestens.

Dem aufmerksamen Genießer werden auch schon mal lila oder orangefarbene Blumenkohlköpfe unter die Augen gekommen sein. Bei den bunten Blumenkohl-Sorten handelt es sich nicht etwa um Gen-Gemüse oder eingefärbte Köpfe. Vielmehr bekommt der lilafarbene Blumenkohl seine violette Farbe durch sogenannte Antocyane, die beispielsweise auch im Rotkohl vorkommen. Der orangefarbene Blumenkohl enthält viel Beta-Carotin, wie es z.B. in Möhren vorkommt. Es sind also rein natürliche Inhaltsstoffe, die die tollen Farben zum Vorschein bringen. Geschmacklich sind die bunten Versionen etwas herzhafter und würziger als der weiße Blumenkohl.

So bunt wie die Blumenkohl-Sorten, so vielfältig sind mittlerweile auch die Ideen für eine Zubereitung: Sie können ihn nicht nur klassisch als Suppe oder Salat zur Vorspeise anbieten oder als gekochte Beilage zur Hauptspeise verwenden. Ein kurzer Blick in die Low-Carb-Küche zeigt Rezepte für diejenigen, die eine kohlenhydratarme und blumenkohlreiche Ernährung bevorzugen: Dort dient das Gemüse beispielsweise als Pizzaboden oder als Basis für einen Low-Carb-Schokopudding. Wer dann zum Kaffee immer noch nicht genug von diesem Gemüse hat, kann gern herzhaft in einen Blumenkohl-Muffin beißen  - ja auch dafür gibt es Rezepte im unendlichen Internet.

Steckbrief des Blumenkohls


Eigenschaften

  • fleischige am Kopf zusammenstehende Blütensprossen | fest

Herkunft

  • Italien | Spanien

Saison

  • Dezember - Januar

Geschmack

  • mild

Romanesco

Der wohl schönste Kohl ist der Romanesco. Hier bilden die Röschen kleine Türmchen, weswegen auch von Türmchen-Kohl gesprochen wird. Romanesco ist geschmacklich einerseits aromatischer, andererseits aber auch unaufdringlicher und weniger schwefelig als Blumenkohl. In der Zubereitung handhabt er sich ähnlich wie sein blumiger Verwandter. Als Suppe, roh im Salat oder einfach in Salzwasser gegart, macht er stets eine gute Figur auf dem Gabentisch.

 

 

Steckbrief des Romanesco

Eigenschaften

  • grüne spitz-zulaufende türmchenförmige Röschen | fest zusammenstehender Kohlkopf

Herkunft

  • Italien | Spanien

Saison

  • September - April (Italien) | Dezember - Januar (Spanien)

Geschmack

  • mild | nussig | fein | eine Mischung aus Blumenkohl und Brokkoli

Grünkohl

Wer Grünkohl nur als verkochte Masse auf dem Weihnachtsmarkt kennt, der hat hier einiges verpasst. Kaum einem anderen Gemüse ist in den letzten Jahren ein vergleichbarer internationaler und kometenhafter Aufschwung gelungen wie dem Grünkohl. Was die Norddeutschen schon immer wussten, weiß nun auch die ganze Welt. Grünkohl ist Kult. Natürlich heißt er jetzt anders. „Kale“ (engl. für Grünkohl) ist das Wort der Stunde. Kale ist längst ein Lifestyle-Produkt geworden, das bei keiner Detox-Diät fehlen darf. Grünkohl ist ein „Superfood“! Nicht nur wegen seinen Inhaltsstoffen. Er schmeckt auch einfach ziemlich gut.

Seinen typisch würzigen, süßlich-herben Geschmack erhält er, wenn der erste Frost die Felder überzogen hat. Der Grünkohl muss also erstmal die harte Realität des eisigen Winters erfahren, um wahre kulinarische Schönheit ausbilden zu können. Ein Kohl mit Charakter. Der hat schon was erlebt. Taff. Robust. Ein echter Macher-Kohl.

So charakterstark er ist, so vielseitig verwendbar ist er auch. Ob als herzhaften Eintopf, roh, mariniert, überbacken, oder zum hippen Smoothie kleingemixt. Als Beilage zur Kalbsleber, zu Steak oder herzhaftem Schweinefleisch, in der Quiche, als Suppe, als knusprigen Chip oder als Rohkostsalat - Grünkohl ist allgegenwärtig.

Gekocht wird Grünkohl meist eher deftig gegessen: als herzhaftes Gemüsegericht oder als üppiger Eintopf mit Mettwürstchen (z.B. „Kohl mit Pinkel“). Zum Wintergemüse passen auch Gepökeltes, Geräuchertes, Schweinebacke und deftige Bratkartoffeln. Auch in Kombination mit Trockenfrüchten wie bspw. getrockneten Aprikosen weiß das buschige Wunderkraut zu glänzen. Getrocknete Aprikosen passen tatsächlich ganz wunderbar zum Grünkohl.

Fun Fact: Im Norden Deutschlands hat sich die wunderschöne Kultur der Kohlfahrten etabliert. Dabei wird der Genuss eines deftigen Grünkohl-Essens mit einer Wanderung verbunden, auf der sehr viel Hochprozentiges konsumiert wird. Natürlich nur aus gesundheitlich-wissenschaftlichen Gründen, denn der meist dargebotene Korn soll dabei helfen, den Grünkohl besser zu verdauen. Da dieses Gesellschaftsereignis über mehrere Tage andauert, bleibt es oft nicht bei einem Verdauungsschnaps. Um den Prozess zusätzlich zu unterstützen, werden nebenbei auch noch illustre Spiele wie das bekannte „Kartoffel-Hockey“ oder der berüchtigte „Teebeutel-Weitwurf“ absolviert. Zu guter Letzt bestimmt die gesättigte und verdauende Runde den neuen amtierenden Kohlkönig. Deutschland und seine Bräuche. Was wären wir ohne sie.

Flower Sprouts

Wenn Sie eher so Rosenkohl sind, aber auch wieder nicht so voll Rosenkohl und Grünkohl Ihnen schon zu hipp ist, dann haben wir hier was Neues für Sie. DER Trend im Kohl-Business: Flower Sprouts. (so neu, dass es da noch keinen deutschen Namen für gibt. Ziemlich koohl hmm?)

Die kleinen neuartigen Gewächse sind eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Klingt spannend, ist es auch. Das neue Trendgemüse - auch liebevoll Kalettes genannt - kommt aus Großbritannien und ist dabei Europa zu erobern. 15 Jahre haben englische Forscher an der neuen Kohlpflanze geforscht und gezüchtet, bis ihnen der Durchbruch gelungen ist. Ihre gekräuselten Blätter erinnern vom Aussehen her eindeutig an den großen Bruder Grünkohl, der milde Geschmack hingegen verrät die Verwandtschaft zum Rosenkohl. Die kleinen Kohlröschen schmecken nussig-süß und sind mit ihrer kurzen Garzeit von ca. 5 Minuten im Handumdrehen zubereitet: Egal, ob blanchiert, gebraten oder gekocht.

Der Multi-Kulti-Kohl schmeckt hervorragend kalt als Salat oder blanchiert als Beilage zu leichtem Fisch. Auch an Pasta mit Pilzen, Parmesan und Fleisch schmiegen sich die kleinen Röschen überraschen geschmackvoll an. Ebenfalls toll zu den Flower Sprouts: Ofengemüse mit krossem Speck. Man könnte annehmen, dass Bratkartoffeln mit Speck ebenfalls perfekt zu diesen kleinen Leckerbissen passen würden… und dem ist natürlich auch so. Das neue Superfood ist unkompliziert in der Verwendung und hat einen überraschend schönen Geschmack. Das liebliche vom Rosenkohl, gepaart mit der Textur des Grünkohls. Das beste aus beiden Welten vereint in einer formschönen Rose. Da haben sich die 15 Jahre Forschung gelohnt!

Steckbrief der Flower Sprouts

Eigenschaften

  • grün-lila Kohlröschen

Herkunft

  • Niederlande | Belgien

Saison

  • November - März

Geschmack

  • nussig | süßlich | leicht

Palmkohl

The Mother of all Kohl. Der Palmkohl gilt als Ursprung vieler bekannter Kohl-Formen - wie dem Markstammkohl oder dem Kopf-, Rosen- und Grünkohl. An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön an den Palmkohl. Ohne dich wäre die Welt weniger Kohl. In Italien wird diese wohlgeformte Delikatesse auch „cavolo nero“ genannt. Die Struktur der wedelförmigen Blätter, die palmenartig am Strunk gen Himmel ragen, lässt die Verwandtschaft zum Wirsing erkennen. Meist ist das Grün der Blätter so dunkel, dass es schon schwarz anmutet. Eine edle Erscheinung, die nur noch durch ihren Geschmack übertroffen wird. Milder als Grünkohl und mit einer fantastischen Textur, ist der Palmkohl roh oder blanchiert eine Bereicherung für jedes Gericht. Ob als Salat, Pesto oder herzhaft eingekochte Beilage zum Fleisch - den Palmkohl sollten Sie sich auf Ihren Einkaufszettel schreiben. Sie werden selten so viel Spaß mit einem Kohl gehabt haben. Noch nicht überzeugt? Wie wäre es mit diesem einfachen Rezept zum Einstieg:

„Warme Bruschetta vom cavolo nero“: Die Blätter von den Stielen befreien und ein paar Minuten blanchieren. Dann alles abtropfen, das Wasser ausdrücken und klein hacken. Anschließend wird alles mit Knoblauch und Olivenöl in einer Pfanne angebraten, mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und auf dicken getoasteten Scheiben weißen Bauernbrotes angerichtet. Etwas Chilli und geriebenen Parmesan darüber und fertig ist ein fantastisches Gericht zum Niederknien. Vielleicht passen noch geröstete Pinienkerne oben drauf. Oder Speck. Getrocknete Früchte? Der Vielfalt sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

Steckbrief des Palmkohls

Eigenschaften

  • dunkelgrün-schwarzgrün | derbe ledrige Blätter/Wedel

Herkunft

  • Italien

Saison

  • Oktober - März

Geschmack

  • mild | fein | erinnert an den Geschmack von Grünkohl

Woran erkenne ich Qualität und wie kann ich Kohl richtig aufbewahren?

Die Köpfe von herkömmlichen Kohlsorten sollten enganliegende Blätter besitzen, sich in Gänze schwer und kompakt anfühlen und frei von Rissen sein. Kohl lässt sich hervorragend lagern und ist, wenn relativ frisch geerntet, über mehrere Monate gut haltbar. Selbst wenn die äußeren Blätter anfangen sich zu verfärben und runzelig werden, ist er im inneren noch immer schmackhaft und haltbar. Das gilt hauptsächlich für die großköpfigen, kompakten Vertreter der Kohlgewächse, wie bspw. dem Rot- und Weißkohl. Zartere Gewächse halten sich vergleichsweise gut in einem feuchten Tuch eingewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks.

Welche Lebensmittel passen gut zum Kohl?

Das Lebensmittel, welches wohl am besten zu Kohl passt, ist Butter. Generell mag der Kohl Fett. Wirsing bspw. harmoniert hervorragen mit Gänse- oder Entenfett. Demnach ist Kohl auch ein perfekter Partner zum fettigen Fleisch von Gans, Ente oder Schwein. Aber auch Rebhuhn, Schellfisch, salziger Speck und Sardellen sind gängige und angenehme Wegbegleiter und Beigaben.

Gekochter Kohl ist leicht süßlich und mag Zwiebeln sowie Knoblauch. Auch Maronen passen hervorragend zum gegarten Kohl, genau so wie Äpfel, Trüffel, Senf und die reichhaltigen, meist ins Liebliche weichenden Aromen von Schweinefleisch.

Auf alle Möglichkeiten der möglichen harmonierenden Paarung einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Daher hier eine kurze Übersicht zu hervorragenden Komplementärprodukten zum Kohl:

  • Äpfel - Ein Rotkohl ohne Äpfel ist kein richtiger Rotkohl
  • Chili - bspw. bei Kimchi
  • gekochtes Ei
  • Maronen - kann man wunderbar mit im Apfel-Rotkohl garen lassen. Auch toll in Begleitung zum Rosenkohl, da sie dessen Bitternoten dezent entgegenwirken.
  • Ingwer
  • Kartoffeln
  • Knoblauch
  • Meeresfrüchte - wie Garnelen und Jakobsmuscheln
  • Möhre
  • Muskat
  • Räucherfisch - zu sauer eingelegtem Kohl
  • gepökeltes Rindfleisch - bspw. als Beilage zu Pastrami
  • Schweinefleisch in allen Formen - für die ambitionierten Köche unter Ihnen, die gern mit Show-Effekt auftischen: suchen Sie doch mal im Internet nach dem Rezept für „chou farci“ ;)
  • Wacholder
  • Trockenfrüchte - Kleiner Geheimtipp für die Rosenkohlverschmäher: in Kombination mit getrockneten Cranberries schmeckt Rosenkohl auch Ihnen.

Das nur als kleiner Auszug. Die Kreativität kennt keine Grenzen. Probieren Sie Kohl einfach mal neu.

Ein hervorragendes einfaches und altes Rezept aus Frankreich mit Kohl namens Chouée geht wie folgt: Der ganze Kohl wird in einem Topf mit Salzwasser gegart und anschließend zu einem leicht groben Püree zerstampft. Zu acht Teilen Kohl gibt man nun die gleiche Menge gekochter Kartoffeln sowie einen Teil Butter. Alles wird zu einem fantastischen Gericht vermengt. Die Butter hebt die Aromen des Kohls und der Kartoffeln auf eine feine, und unfassbar leckere Ebene. Dazu ein gutes Stück Schweinebauch und ein Glas Wein… So schön kann Kohlgemüse sein.

Welcher Wein passt zum Kohl?

Kohlgerichte verfügen meist über einen kräftigen Eigengeschmack und brauchen einen Wein, der mit diesem problemlos mithalten kann. Ein Bordeaux oder ein trockener Riesling kann den Genuss optimal abrunden. Grünes Kohlgemüse wie Cima di Rapa freut sich über Säure im Wein, die aber die zarten Gemüsearomen nicht überdeeken sollte. Ein Chablis oder Chardonnay sind hier genau richtig. Zum Grünkohl gehören Schnaps und Bier – aber auch Rotwein wie ein gerbstoffbetonter Lemberger oder ein trockener Silvaner aus der Pfalz passen. Kohlrouladen mit Gewürzgurken harmonieren mit einem samtigen, trockenen Rotwein mit leichten Kirscharomen: Ein Schwarzriesling sorgt für einen positiven Kontrast. Ebenfalls gut zum Kohl passen die trockenen Versionen von Muscat und Gewürztraminer.