Die Vielfalt der Zitrusfrüchte

Die klassischen Früchte des Winters stecken voller Vitamin C, ihre frische Säure bringt Power auf den Teller und verstärkt auf vielfältige Weise die Aromen von Fisch, Fleisch, Gemüse und Soßen: Wir sprechen von leuchtenden Zitrusfrüchten, die vielen Gerichten einen besonderen Touch geben und häufig auch pur ein Genuss sein können.

Freuen Sie sich auf unsere besondere Vielfalt, die bei Ihnen garantiert für kulinarischen Genuss und gute Laune in der Küche sorgen wird!

Amalfi-Zitrone

Ihre Heimat ist die süditalienische Amalfi-Küste, südlich von Neapel. Drei Sorten wachsen dort, doch die Herrscherin der Hänge heißt „Sfusato Amalfitano“. Die Amalfi gilt als eine der geschmackvollsten Zitronen der Welt –  auch wenn sie nicht so hübsch und glatt aussieht, wie viele ihrer Kolleginnen. Ihre Liebhaber*innen feiern vor allem ihre geringe Säure. Ihr Aroma und der Duft sind dank einer Vielzahl ätherischer Öle besonders intensiv und ihr Fruchtfleisch ist saftig und wenig sauer, leicht süßlich, mit einer geringen Anzahl von Kernen. Anders als bei anderen Zitronenarten ist ihre weiße Haut zwischen Schale und Fruchtfleisch nicht bitter, sondern voller Aroma und essbar. Dementsprechend bietet sie ein Universum an Zubereitungsmöglichkeiten: An der Amalfiküste ist die Zitrone fester Bestandteil der lokalen Küche und wird auch gerne mal roh in Scheiben geschnitten als Salat serviert. Zu Meeresfrüchten, Fisch, Pastagerichten, aber auch zu Rind oder Lamm wird die Zitrone geschnitten, gehobelt, gepresst, gegrillt oder karamellisiert. Genauso gut passt sie in eine Zitronentarte oder ein Sorbet.

Ein Rezept-Tipp: Amalfi-Zitronen-Carpaccio! Dazu einfach die Zitronenscheiben so dünn wie möglich schneiden, mit weißem Traubenessig marinieren, mit Olivenöl sowie Meersalz würzen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Das passt perfekt zu roh mariniertem Lachs oder gegrilltem Fisch wie Dorade oder Calamaretti.

Steckbrief der Amalfi-Zitrone mit Blatt

Eigenschaften

  • unbehandelt | mit Blatt | längliche und schrumpelige Form | gelbe raue dicke Schale | geschüttet

Herkunft

  • Italien

Saison

  • November - Mai

Geschmack

  • sauer | süßliche Note | wenig Säure

Bergamotte

Die Frucht, die bereits seit dem 17. Jahrhundert in Italien kultiviert ist, wird heute fast ausschließlich an der Küste Kalabriens angebaut. Dementsprechend ist diese Zitrone im Vergleich zu anderen sehr selten – und teuer!

Ihr grünliches Fruchtfleisch ist in zahlreiche Segmente unterteilt und hat einen extrem sauren Geschmack. Heiß geliebt dagegen ist die kleine Frucht für die in ihrer Schale enthaltenen intensiven-zitronigen Aromen. Aus der Schale wird das seltene, teure und begehrte Bergamotte-Öl gewonnen. Sein bitter-saures ätherisches Aroma wird sowohl in der Parfumindustrie und der Aromatherapie, als auch in der Produktion von Konfitüren, Likören und Tees hoch geschätzt.

In der eigenen Küche schenkt die Bergamotte Gerichten ein besonders intensives Zitrusaroma. Auch ein Stück Bergamotte-Schale im Tee oder auch im Gin Tonic gibt den Getränken einen besonderen Touch. Mit einem schnell hergestellten Bergamotte-Sirup können Sie außerdem zum Beispiel frische Feigen oder Pepperoni einlegen.

Steckbrief der Bergamotte

Eigenschaften

  • unbehandelt | rund | gelb-grüne glatte bis leicht angeraute Schale | grünliches Fruchtfleisch | geschüttet

Herkunft

  • Italien

Saison

  • November - März

Geschmack

  • sauer | leicht bitter

Limequats

Die kleinen Limequats haben ihre geringe Größe von den Zwergorangen – den Kumquats – geerbt, die mit der echten Limette gekreuzt wurden. Aber auch kleine Früchte haben es in sich: Die besondere Kreuzung sieht aus wie eine Miniatur-Limette und schmeckt fein säuerlich mit einer leicht bitteren Note. Ihre glänzende hellgrüne bis dunkelgrüne Schale hat einen durchdringenden Geschmack, die bei reifen Früchten fast süß schmeckt. Sie können komplett gegessen werden, auch mit den kleinen Kernen im Fruchtfleisch. Sowohl der Saft als auch der Abrieb der Limequats sind sehr aromatisch.

Sie sind beispielsweise ein erfrischender Ersatz für Zitronensaft: Cocktails und Longdrinks gibt ihr Saft eine frische einzigartige Note. Probieren Sie Limequats zum Marinieren von Fisch und Fleisch und verfeinern Sie sommerlich frische Salate und herzhafte Suppen mit ihnen. Oder kreieren Sie einen aromatischen Limequat-Curd für Ihr Frühstück, das sorgt gleich am Morgen für gute Laune!

Steckbrief der Limequats

Eigenschaften

  • kernarm | runde ovale Form | dicke helle gelbgrün glänzende Schale | gelbes Fruchtfleisch | geschüttet

Herkunft

  • Israel | Peru | Spanien

Saison

  • August - Dezember

Geschmack

  • säuerlich | bitterlich-süß

Buddhafinger

Sie ist die unverwechselbare Exotin im Land der Zitrusfrüchte: die Buddhafinger-Zitrone, zuweilen auch Buddhas Hand genannt, verdankt ihren Namen ihren Fruchtansätzen, die aus mehreren Armen bestehen, welche sich zu den charakteristischen Fingern entwickeln.

Buddhafinger-Zitronen werden in den Ländern rund um den Himalaya seit Jahrtausenden kultiviert. Sie besitzen dort eine besondere symbolische Bedeutung, da ihre Früchte an die Handhaltung Buddhas während des Gebets erinnern. In China ist sie ein traditionelles Neujahrsgeschenk und wird wegen ihres so eleganten blumigen und frischen Duftes sogar als Lufterfrischer verwendet.

Hierzulande gilt sie als eine der begehrtesten und teuersten aller Zitrusfrüchte und wird besonders von Spitzenköchen geschätzt. Ausgereifte, intensiv gelbe Buddhafinger-Zitronen schmecken frisch und süß. Sie enthalten nur wenig weißes kernloses Fruchtfleisch und fast keinen Saft, aber dafür umso mehr Schale, die essbar und nicht bitter ist. Eine einzige Buddhafinger-Frucht kann bis zu vier Kilo schwer werden und gibt damit viel Potenzial für tolle Gerichte her.

Ihre Verwendungsmöglichkeiten sind vielseitig: Legen Sie die Fruchtfinger, hauchdünn geschnitten, in gutes Olivenöl ein, oder raspeln Sie sie mit einem Trüffelhobel in feinen Stücken über geräucherten Lachs. Apropos hobeln: Probieren Sie doch mal Kalbfleisch mit einer zitronigen Hollandaise, sous-vide gegartem Spargel und gehobeltem Buddhafinger: eine große Freude für Mund und Auge!

Steckbrief des Buddhafingers

Eigenschaften

  • gewachst | Form einer Hand | gelbe-grüne Schale | weißes Schalenfleisch | kern und fruchtfleischlos | gelegt

Herkunft

  • Israel | Spanien

Saison

  • ganzjährig

Geschmack

  • süßlich mildes Zitronenaroma

Grapefruit rosé

Die aromatisch bitter-süße Grapefruit rosé, oder auch „Pink Grapefruit“, ist größer als eine Orange und kleiner als eine Pampelmuse: es handelt sich bei ihr um eine natürliche Kreuzung aus beiden.

Die Grapefruit-Hauptsaison ist von Oktober bis Mai. Die Früchte werden vor allem im Mittelmeerraum und subtropischen Gebieten angebaut. Je wärmer das Anbaugebiet, umso saftiger und süßer sind sie. Ihre Schale ist meistens glatt und hellgelb bis rötlich. Das Fruchtfleisch der Grapefruit rosé ist milder und süßer als das ihrer gelbfleischigen Schwestern.

Zum Frühstück ist sie ein Klassiker: Mit frisch gepresstem Grapefruitsaft oder einer halbierten Frucht zum Auslöffeln starten Sie erfrischt in den Tag. Grapefruitfilets verleihen Blauschimmelkäse den letzten Schliff oder werten grüne Blattsalate auf. Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind – hier finden Sie einen tolles Rezept für gebratene Garnelen auf Papaya-Grapefruit-Salat. Eine fantastische Vorspeise und ein echtes Grapefruit-Erlebnis!

Steckbrief der Grapefruit rosé

Eigenschaften

  • kernarm | rund | dicke gelblich rote Schale | saftreiches rosa Fruchtfleisch | leicht zu schälen | gelegt

Herkunft

  • Spanien

Saison

  • ganzjährig

Geschmack

  • bitter bis süß

Rote Pomelo

Sie hat sich seit einigen Jahren auf unserem Speiseplan etabliert: Mit ihrem milden Geschmack hat sich die birnenförmige Pomelo als Ergebnis einer Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse in unser Herz geschlichen.

Die rote Pomelo stammt vorrangig aus Anbaugebieten in Israel, ihre gelben Schwestern dagegen aus Südostasien und Südafrika. Ihre Reife erkennt man an der Struktur ihrer Oberfläche: ist sie glatt und glänzend, sollten Sie noch eine Weile warten – erst eine raue, leicht schrumpelige Schale deutet auf Reife und saftige aromatische Süße hin.

Mit einer großen Zitruspresse wird aus den Pomelos ein frischer spritziger Saft, der Sie fit für den Tag macht. Ihr mildes bittersüßes Fruchtfleisch eignet sich hervorragend für einen erfrischenden Snack zwischendurch oder als fruchtig-farbenfroher Akzent in winterlichen Bittersalaten!

Steckbrief der roten Pomelo

Eigenschaften

  • gewachst | kernarm | birnenformig | hellgrün- gelbliche dicke Schale | rotfleischig | leicht zu schälen | gelegt

Herkunft

  • China

Saison

  • September - Februar

Geschmack

  • süß-sauer | leicht bitter

Woran erkenne ich Qualität und wie kann ich Zitrusfrüchte richtig aufbewahren?

Beim Kauf von Zitrusfrüchten prüfen Sie die Reife am besten, indem Sie sie in die Hand nehmen und leicht pressen: je weicher sich die Frucht anfühlt, desto reifer und saftiger ist sie. Die Früchte sollten keine Verletzungen an ihrer Schale zeigen, da sie sonst schnell anschimmeln.

Falls Sie auch die Schalen der Vitamin-C-reichen Früchte verarbeiten wollen, achten Sie beim Einkauf auf den Zusatz „unbehandelt“. Aber auch hier ist Vorsicht angesagt: Die Kennzeichnungspflicht bezieht sich auf die Behandlung der Schale nach der Ernte. Vorher können durchaus Pflanzenschutzmittel zum Einsatz gekommen sein. Am sichersten sind Sie bei der Auswahl von Früchten aus biologischer Produktion.

Kühl und luftdurchlässig gelagert, am besten getrennt von reifem Obst, halten sie sich für gut eine Woche. Finden Sie schimmelige oder angefaulte Stellen während der Lagerung, sollten Sie die Früchte sofort entsorgen. Angeschnittene Früchte sollten Sie im besten Fall schnell verbrauchen. Auf keinen Fall gehören Zitrusfrüchte in den Kühlschrank – sie sind kälteempfindlich und verlieren dort ihr Aroma.

Welche Lebensmittel gut zu Zitrusfrüchten passen

Die frische Säure der Zitrusfrüchte ergänzt mit ihrer außergewöhnlichen Aromavielfalt viele Gerichte –  die Kombinationsmöglichkeiten sind schier endlos. Dabei wollen wir uns hier auf eine kleine Auswahl an Lebensmitteln beschränken, die durch den Saft, die frisch geriebene Schale oder das Fleisch der Zitrusfrüchte abgerundet werden können:

  • Gemüse & Obst: Artischocken, Spargel, Brokkoli, Blattsalate, Fenchel, Kokosnuss, Avocado
  • Fisch & Fleisch: Huhn, Lamm, Rind, Meeresfrüchte, Fisch jeder Art
  • Gewürze und Knollen: Knoblauch, Kapern, Ingwer, Chili, Olivenöl, Kräuter jeder Art
  • Milchprodukte: Butter, Sahne, Ziegenkäse
  • Desserts: Eis und Sorbet, Schokolade